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Zusammengefasst kann man Bitcoin als Open-Source Peer-to-Peer Geld bezeichnen. Was das genau heißt und was Bitcoins wirklich sind, erfahren Sie hier.

Dieser Artikel richtet sich vor allem an Neulinge zum Thema Bitcoin und soll einen groben Überblick verschaffen, was Bitcoins sind, wie sie funktionieren, wo sie herkommen, was mögliche Stärken und Schwächen der Technologie sind und einen kleinen Ausblick in die Zukunft gibt es auch noch.

Der Name Bitcoin wurde erstmals in einer E-Mail einer Mailingliste über Kryptographie erwähnt. Ein unbekannter Autor Namens Satoshi Nakamoto schrieb am 31. Oktober 2008:

I’ve been working on a new electronic cash system that’s fully peer-to-peer, with no trusted third party.

The paper is available at:
http://www.bitcoin.org/bitcoin.pdf

The main properties:
Double-spending is prevented with a peer-to-peer network.
No mint or other trusted parties.
Participants can be anonymous.
New coins are made from Hashcash style proof-of-work.
The proof-of-work for new coin generation also powers the network to prevent double-spending.

In diesem White-Paper beschreibt er Probleme, die bei herkömmlichen Online-Transaktionen auftreten und beschreibt eine Möglichkeit, diese zu lösen, was später als das Bitcoin-Protokoll bekannt wird.

Typische Probleme von digitalen Transaktionen


1. Eine dritte Partei ist notwendig (Bank)

Eine Bank ist notwendig um sogenanntes double-spending zu verhindern. Wer mit Bargeld bezahlt kann eine Münze von einer Hand in die nächste reichen. Bei elektronischem Geld ist das nicht so einfach möglich. Um zu überprüfen ob der Käufer überhaupt das nötige Geld besitzt, wird eine Bank benötigt. Diese verwaltet das Konto und wickelt die Transaktion ab. Dies kostet Geld und Zeit.

2. Zentral gesteuert

Zentralbanken steuern die Geldmenge und können so Inflationen hervorrufen. Welche Ausmaße das haben kann zeigen jüngste Beispiele in Argentinien und Venezuela.

Außerdem können Banken Konten einfrieren oder Insolvent gehen und das Geld ihrer Anleger verlieren.

3. Vertrauensbasierte Transaktionen

Komplett irreversible Transaktionen sind praktisch unmöglich, da die Finanzinstitutionen bei Streitigkeiten vermitteln müssen. Dies stellt vor allem ein Problem beim Verkauf von irreversiblen Dienstleistungen dar.

Händler müssen sich deshalb absichern und viele Informationen über Ihre Käufer sammeln und verwahren. Siehe Punkt 4.

4. Nicht Anonym

Transaktionen sind nicht anonym möglich. Jedes Konto läuft über einen Namen und Adresse.

Was ist Bitcoin und was macht es besser?

Bitcoin ist ein dezentrales Peer-to-Peer-System, d.h. es wird nicht von einer Organisation oder Person gesteuert, sondern basiert darauf, dass überall auf der Welt verteil Computer miteinander verbunden sind, auf denen die Bitcoin Software läuft und die ständig untereinander synchronisiert werden.

Um Änderungen vorzunehmen, müssen mehr als die Hälfte der Computer zustimmen. Solange nicht mehr als 50% der Rechenleistung von einer Person oder Organisation kontrolliert werden, ist Bitcoin also dezentral. Da der Code Open-Source ist, kann jeder genau sehen, was der Code macht, dies verhindert Hintertüren, durch die sich einzelne bereichern könnten.

Wie funkioniert Bitcoin?

Bitcoins werden durch Mining erstellt, d.h. Computer erschaffen Bitcoin, in dem sie komplizierte mathematische Probleme lösen. Die Berechnungen haben nicht nur den Zweck Bitcoins zu erstellen, sondern organisieren auch die Transaktionen. Dabei konkurrieren sämtliche Miner untereinander und je mehr Rechenleistung insgesamt aufgewendet wird, desto schwieriger werden die zu lösenden Probleme.

Bitcoin Miner bei der Arbeit.

Sämtliche Transaktionen werden in Blocks gespeichert, welche wiederum in der Blockchain gelagert sind. Die Blockchain enthält Informationen zu sämtlichen vorangegangenen Bitcoin-Transaktionen, die jemals gemacht wurden.

Es kann und wird also immer nachgeprüft, ob die Bitcoins vorhanden sind, bevor eine Transaktion getätigt wird. Bei der heutigen Netzwerkbelastung dauert so eine Bestätigung normalerweise etwa 10 min.

Um eine Inflation zu verhindern, ist die Menge der jemals existierenden Bitcoin auf 21 Millionen begrenzt. Derjenige Rechner, der als erstes die mathematische Aufgabe löst und somit den Block in die Blockchain überträgt, wird durch Bitcoins belohnt. Die Anzahl der Bitcoins, die der Miner bekommt, halbiert sich ca. alle 4 Jahre und liegt momentan bei 12,5 BTC. Außerdem existiert eine Netzwerkgebühr, die auf freiwilliger Basis abläuft und die an die Miner geht. Je mehr man bezahlt, desto schneller wird eine Transaktion bestätigt.

Bitcoins werden in Bitcoin-Adressen gespeichert, diese bestehen aus einem Public und einem dazugehörigen Private Key. Möchte mir jemand Bitcoins schicken, so benötigt dieser meinen Public Key. Um selber Bitcoin zu verschicken, benötige ich den Private Key.

An eine Bitcoin-Adresse kommt man, in dem man zunächst einen Private Key erstellt und daraus, über einen Algorithmus, den dazugehörigen Public Key errechnet. Diese Aufgabe übernehmen sogenannte Wallets, dies ist Software, die Sie z.B. auf Ihrem Desktop oder auf dem Smartphone installieren.

Die erste Bitcoinsoftware ist der Bitcoin-Core (früher Bitcoin QT). Dort kann man u.a. neue Wallet erstellen und Bitcoins generieren und damit das Netzwerk unterstützen, jedoch ist der Schwierigkeitsgrad, der zu lösenden mathematischen Probleme, mittlerweile zu hoch, um profitabel durch Bitcoinmining zu sein. Dafür werden mittlerweile spezielle Computer gebaut, die in Pools zusammenarbeiten und meist in Ländern operieren, in denen die Energiekosten sehr gering sind (z.B. China).

Satoshi war der erste, der die Problematik des double-spending für Online-Zahlsysteme ohne Einsatz einer dritten Partei lösen konnte. Die zugrunde liegende Blockchain Technologie wird mittlerweile in vielen anderen Bereichen eingesetzt und gilt als zukunftsträchtige Technologie.

Nachteile von Bitcoin

Bitcoin ist eine unglaublich spannende Technologie, die das Zeug dazu hat, unser komplettes Banksystem zu erneuern, was dringend notwendig ist. Doch es gibt noch einige Probleme, die es zu überwinden gibt.

Wie erfolgreich Bitcoin und andere Kryptowährungen sein werden, hängt auch davon ab, wie unsere Regierungen damit umgehen. Die Anonymität von Bitcoin bedeutet auch, dass Regierungen diese nicht so einfach kontrollieren können, weshalb Bitcoin und andere Kryptowährungen die Zahlungsmittel der Wahl für moderne kriminelle sind. Den ersten großen Aufschwung an Bekanntheit erlangt die Währung durch das Bekanntwerden von Silk Road, einem Online Marktplatz im Darknet, der hauptsächlich zum Drogenhandel verwendet wurde. Auch lässt sich das Bitcoin Vermögen leichter am Fiskus vorbeischmuggeln.

Silk Road. Ein Umschlagsplatz für Drogen, der im März 2015 offline ging.

Ein weiteres Problem bietet die Peer-to-Peer Technologie. Da Änderungen nur übernommen werden, wenn mehr als 50% der am Netzwerk angeschlossenen Rechenleistung die Änderung übernimmt, werden Entscheidungen, besonders zwiespältige, nur sehr schwer gefällt. Eine dieser Änderungen am Bitcoin Protokoll, die seit Monaten die Community spaltet, ist die Blockgröße. Da mittlerweile ein großer Teil der Rechenleistung nicht mehr von der originalen Bitcoin Core Software sondern von Bitcoin Unlimited gesteuert wird, die die Blockgröße erhöhen wollen, im Gegensatz zu den Programmierern Des Bitcoin Cores, befürchten viele, dass sich die Währung Spalten könne (Hard Fork), was den Bitcoin Kurs zuletzt deutlich abstürzen ließ.

Ein weiterer Nachteil ist der hohe Energieverbrauch, der beim Mining entsteht. So hat der Umweltforscher S. Deetman berechnet, dass der Energieverbrauch durch Bitcoin im Jahre 2020 etwa dem Dänemarks entspricht.

Wie sicher ist Bitcoin

Die Bitcoin Technologie an sich ist extrem sicher, nicht umsonst ist der Namensgeber für Währungen dieser Art die Kryptologie. Wie sicher die eigenen Bitcoins sind, hängt vor allem damit zusammen, wie sicher man seine Private Keys aufbewahrt. Ein häufiges Problem ist auch der Verlust der Keys.

Häufig werden auch die Marktplätze Angriffsziel von Hackern. Wer sich davor schützen will, der muss seine Bitcoins in seinen eigenen Private Keys lagern und dies nicht den Marktplätzen überlassen.

Die Private Keys kann man in Wallets speichern. Dies ist Software, die die Erstellung und Verwahrung von Bitcoin Adressen übernimmt. Die sicherste Möglichkeit zur Sicherung sind Cold Wallets, d.h. Wallets die nicht mit dem Internet verbunden sind oder nur kurzfristig, um eine Transaktion zu tätigen. Dies kann z.B. ein Papier-Wallet sein oder Hardware-Wallets wie Trezor oder Ledger.

Wie beliebt ist Bitcoin im Moment und wer Verwendet es?

Bitcoins werden immer beliebter, im Moment gibt es ca. 250.000 Transaktionen am Tag und knapp über 200.000.000 insgesamt. Auch gibt es immer mehr Startups die sich mit Kryptowährungen und Blockchain Technologie beschäftigen.

Als Zahlungsmittel wird die Währung allerdings immer noch eher selten verwendet, die Möglichkeiten mit BTC zu zahlen, nehmen allerdings auch täglich zu.

Es gibt vor allem drei Typen von Bitcoin-Benutzern:
  1. Personen die von kurzfristigen Bitcoin-Schwankungen profitieren wollen
  2. Langzeitinvestoren, die auf die Mainsteam-Adaption von Bitcoin hoffen und darauf spekulieren, dass der Kurs noch um ein vielfaches Ansteigt
  3. Technologieneugierige, die diese spannende Technologie ausprobieren wollen

Die Zukunft

Ich denke die Technologie ist auf dem Vormarsch und die Währung kann kaum mehr gestoppt werden. Das konventionelle Bankensystem braucht dringend eine Modernisierung. Zahlreiche sogenannte Altcoins (Alternative E-Währungen zu Bitcoin) sind ebenfalls stark am wachsen.

Ob sich nun Bitcoin oder eine andere Währung durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Ich denke unsere Regierungen werden nicht tatenlos zusehen, wie sich eine unkontrollierbare Währung breit macht und werden versuchen, die Technologie zu verwenden um eine eigene, zentral verwaltete oder zumindest überwachbare Währung zu entwickeln. Ob diese dann aber von der Bevölkerung angenommen wird, bleibt abzuwarten.

Auf jedenfall ist es eine spannende Zeit in der wir uns befinden, das Zeitalter der Kryptowährungen hat in jedem Fall eben erst begonnen und dies wird die Zukunft des Geldes sein, in der einen Form oder einer anderen.

Bild Credits: Featured Image, Bitcoin Mining, Silk Road Screenshot. Alle Bilder lizensiert unter Creative Commons.

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